SMART COMPLIANT LOGISTICS Kongress 2026

Rückblick auf zwei Tage Branchendialog

Mann im Anzug steht vor einem Bildschirm und redet zu einem Publikum
Inhalt

In Kürze

Der SMART COMPLIANT LOGISTICS (SCL) Kongress 2026 fand am 30. Juni und 1. Juli 2026 im Volkshaus Jena statt.

❯ Themenschwerpunkte: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Transportgewerbe, Elektromobilität und Kreislaufwirtschaft sowie Compliance und Unternehmerhaftung

Vertreterinnen und Vertreter aus Transportwirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Technologieentwicklung diskutierten über KI-gestützte Disposition und Routenplanung, Planungsansätze für Elektro-Lkw-Flotten, die Rückgewinnung von Lithium aus Altbatterien sowie die Tachografenpflicht ab 1. Juli 2026 und die Anforderungen nach VO (EU) 165/2014

❯ In den Pausen zwischen den Programmpunkten stand der ungezwungene und informelle Austausch der Akteure im Mittelpunkt

Am 30. Juni und 1. Juli 2026 richtete die DAKO GmbH im Volkshaus Jena erneut den SMART COMPLIANT LOGISTICS (SCL) Kongress aus. Auf dem Programm der zweitägigen Fachveranstaltung stand die gesamte Transformationstiefe des gewerblichen Güterverkehrs: von künstlicher Intelligenz im Transportalltag über Planungssysteme für Elektro-Lkw bis hin zur Kreislaufwirtschaft rund um Lithium-Batterien.

Ohne funktionierende Logistik steht die Wirtschaft still. Wie gewerbliche Transporte künftig aussehen sollen, ist dabei alles andere als einfach zu beantworten: Effizienz und Nachhaltigkeit, digitale Steuerung und regulatorische Anforderungen, alternative Antriebe und wirtschaftliche Tragfähigkeit – die Branche navigiert durch ein dichtes Geflecht teils konkurrierender Ziele. Der SCL Kongress bringt seit Jahren genau jene Akteure zusammen, die diese Spannungsfelder nicht nur benennen, sondern durch konkrete Ansätze aus Praxis und Forschung angehen. Auch 2026 folgte die DAKO GmbH als Gastgeber dieser Idee und lud Vertreterinnen und Vertreter aus Transportwirtschaft, Kommunen, Wissenschaft und Technologieentwicklung ins Volkshaus Jena ein.

Eröffnung: Grußworte und Blick nach vorn

Den Auftakt bildeten die Grußworte der Eröffnungsrunde. Dirk Lange, Dezernent für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Jena, betonte die Rolle der Stadt als aktiven Mitgestalter nachhaltiger Logistiklösungen und appellierte an alle, in die Zukunft zu schauen und in neue Technologien zu investieren: „Wenn wir Technologie von gestern entwickeln, kommen wir nicht nach vorn”, so Lange. Hendrik Hoppe (Verkehrslandeplatz Jena-Schöngleina GmbH) und Dr. Harald Hempel (DAKO GmbH) ergänzten den Rahmen mit Perspektiven auf Infrastruktur und Compliance.

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Transportgewerbe

Der erste Themenblock widmete sich der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz im Transportgewerbe. Martin Friedrich vom Fraunhofer IML zeigte, wie KI-Systeme heute schon Disposition und Routenplanung in Echtzeit optimieren. Wolfgang Schmid (Webfleet Solutions) ergänzte mit einem Praxisbericht, wie vernetzte Fahrzeugdaten die Steuerungslogik ganzer Flotten verändern. Maximilian Zähringer (FRYTE Mobility GmbH) schloss den Block mit einem konkreten Planungsansatz für Elektro-Lkw-Flotten, der die Vernetzung von Ladeinfrastruktur, Routenplanung und Fahrzeugverfügbarkeit in einem System zusammenführt.

Kommunen, Kreislaufwirtschaft und alternative Antriebe

Am Nachmittag lag der thematische Fokus auf Kommunen und Kreislaufwirtschaft sowie auf Best-Practice-Berichten zu alternativen Antrieben. Neben der Frage, wie Entsorgungs- und Recyclingprozesse durch innovative Fahrzeug- und Systemlösungen effizienter gestaltet werden können, besprachen die Teilnehmenden auch Chancen und Hürden bei der Rückgewinnung von Lithium aus Altbatterien. Erfahrungsberichte aus dem laufenden Betrieb und das Konzept der geräusch- und emissionsarmen Stadtlogistik rundeten die Nachmittagssession ab.

Zweiter Kongresstag: Forschung, Batterietechnologie und Compliance

Der zweite Kongresstag stand ganz im Zeichen von Impulsen aus Wissenschaft und Forschung: Themen wie Brennstoffzellen-Förderung, Batterietechnologie, Solarmobilität und die Demontage von Altbatterien standen auf dem Programm. Im Anschluss folgte ein kompakter Block zu Compliance und Unternehmerhaftung mit Beiträgen zur Tachografenpflicht ab 1. Juli 2026 und zu den Anforderungen nach VO (EU) 165/2014.

Austausch im Mittelpunkt

Auch in diesem Jahr stand in den Pausen zwischen den einzelnen Programmpunkten vor allem der ungezwungene und informelle Austausch der Akteure im Mittelpunkt. „Der SCL Kongress ist für uns mehr als eine Fachveranstaltung. Er ist ein Ort, an dem Praxis, Forschung und Politik gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen. Dass wir diese Diskussion in Jena führen, unterstreicht die Rolle unserer Stadt als Innovationsstandort weit über die Thüringer Grenzen hinaus”, so Dr. Harald Hempel.

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