Rückblick DAKO Kompass im Mai 2026

Netzwerktreffen in vertrauter Atmosphäre und mit konstruktivem Austausch

Der diesjährige DAKO Kompass gab DAKO Anstoß für den Austausch über Hürden und Chancen im Verlags-, Post- und Warensendungsgeschäft.
Publikum bei der Veranstaltung "DAKO Kompass" schaut zu einem Vortradenden

In Kürze

Der erste diesjährige DAKO Kompass fand am 10. März 2026 im DAKO Hauptgebäude in Jena statt.

❯ Themenschwerpunkt: „Compliance und Smart Tacho Version 2 – Technik, Rechtsnormen und Alltagsherausforderungen“

❯ Vertreter von Transportunternehmen, KEP-Dienstleistern, Behörden und aus branchenrelevanten Netzwerken diskutierten über die aktuelle gesetzliche Lage bezüglich der Sozialvorschriften, technologische Aspekte, die Fahrerperspektive, den Blickwinkel der Kontrollbehörden und nicht zuletzt darüber, wie sich die Tachografenpflicht bestmöglich im Geschäftsalltag von Unternehmen umsetzen lässt.

❯ In lockerer Atmosphäre gab es darüber hinaus viele Möglichkeiten, sich untereinander zu vernetzen und auch auf informeller Ebene Positionen auszutauschen.

Die Position des Verkehrsleiters in Transportunternehmen ist nicht nur durch ein hohes Maß an Verantwortung für Gesetzeskonformität in puncto Fuhrpark und Fahrersicherheit geprägt, sondern auch dadurch, dass ihnen bisher ein geeignetes Forum fehlte, welches inhaltlich die spezifischen Interessen und Informationsbedürfnisse dieser Expertengruppe widerspiegelt. Der DAKO Kompass Compliance trat daher mit dem Wunsch an, ein solches Veranstaltungsformat zu schaffen und dafür auch ein breites Feld an konkreten, inhaltlichen Perspektiven in Fachvorträgen an einem Ort zu bündeln.

Bei der Veranstaltung im März zeigte sich dann bereits vor Beginn des Vortragsprogramms, dass viele der 53 Teilnehmer und 7 Redner bedeutend früher vor Ort waren und sich in vertrauter und kollegialer Atmosphäre auszutauschen begannen. Dies prägte auch den Gesamteindruck des Fachtages: das Zusammentreffen von unterschiedlichen Blickpunkten auf das Thema Compliance war längst überfällig und der erste DAKO Kompass Compliance 2026 sollte zum Anstoß-Event für viele weitere Veranstaltungen dieser Art im Hause DAKO werden.

Quo vadis, Tachopflicht?

Den inhaltlichen Startpunkt legte Dr. Harald Hempel (DAKO) mit seinem Vortrag zur allgemeinen Geschichte der Tachografenpflicht im europäischen Güterverkehr sowie zu den aktuellen Anforderungen aus dem Mobilitätspaket der Europäischen Kommission – konkret: die Smart-Tacho-Pflicht für leichte Nutzfahrzeuge (light commercial vehicles, kurz: LCV) im grenzüberschreitenden Verkehr ab 1. Juli 2026.

Sein Kollege und Produktmanager, Marco Puls (DAKO), schloss direkt mit einem Überblick dazu an, welche Themen einen Transportdigitalisierer wie DAKO aktuell umtreiben. Hierbei konnte er aufzeigen, wie auf den technischen Wandel im Bereich der digitalen Tachografen der jüngsten Generation (Gen2 V2) reagiert wird und welche Anstrengungen unternommen werden, um auch zukünftig zertifizierte IT-Sicherheit für die Kunden aus Transport und Logistik zu gewährleisten.

LKW und Smart Tacho – Berichte aus der Praxis

Im zweiten inhaltlichen Panel stellte Adrian Heuer (MEGA Tierernährung) den Prozess der Umstellung auf Smart Tachos für einen LKW-Fuhrpark im internationalen Verkehr dar. Diese Perspektive ist vor allem deswegen relevant, weil viele Unternehmen, die ausschließlich im LCV-Bereich arbeiten, bisher kaum Erfahrung mit einer solchen technischen Umstellung haben dürften.

Sandro Wiechert (UPS) hingegen widmete sich der Darstellung der alltäglichen Herausforderungen eines Verkehrsleiters in einem Unternehmen, welches klassisch mit Mischfuhrparks in der Paket- und Zustelllogistik unterwegs ist. Im Zentrum seiner Darstellung standen daher die Unmengen an einzelnen Gesetzen und Verordnungen, die im Tagesgeschäft bei UPS eine wichtige Rolle spielen.

Der Vortrag von Mirko Zaruba (EDEKA) widmete sich auf den ersten Blick einem sehr speziellen Thema, welches allerding exemplarisch für alle Regelungen rund um Tacho und Sozialvorschriften gelten darf: den Einsatz des Fahrtzeitstopps für die Anzeige regulärer Pausenzeiten. Die Tatsache, dass eine Bedienung des Fahrtenschreibers (bspw. beim Warten auf Weiterfahrt) in diesem Sinne keine geplante Pausenzeit ergibt, nutzte Zaruba, um auf die vielen kritischen Detailfragen in den Lenk- und Ruhezeitenregelungen hinzuweisen. Denn nicht immer ist im Alltag alles so klar und deutlich, wie ein flüchtiger Blick auf den Gesetzestext vermuten lässt.

Einen partizipativen Ansatz wählte Sascha Noack (Großart Drive GmbH) und traf damit genau den Nerv der Veranstaltung. Er fing ein Stimmungs- und Erfahrungsbild der anwesenden Gäste ein, indem er Live-Reaktionen über zuvor verteilte QR-Codes ermöglichte. Thema dieses spannenden Beitrags waren die Erfahrungen mit Kontrollen und Kontrollbehörden im Zusammenhang mit Fahrtenschreibern und Sozialvorschriften.

Kontrollpraxis in Thüringen

Der dritte Themenblock des DAKO Kompass stellte ein absolutes Alleinstellungsmerkmal für Branchenveranstaltungen dieser Art dar. Es ist für DAKO ein Selbstverständnis, eine aktive und breit aufgestellte Netzwerkarbeit im Feld der Compliance zu betreiben. Und so konnten auch zwei Behördenvertreter/-innen gewonnen werden, um ihre Perspektiven darzustellen. Denn nur ein gutes gegenseitiges Verständnis kann dauerhaft eine konfliktfreie Zusammenarbeit ermöglichen – gerade in Zeiten des Wandels.

Den Blick der Autobahnpolizeiinspektion Thüringen stellte Torsten Schenk, seines Zeichens Leiter der Kontrollgruppe Schwerkraftverkehr gewerblichen Personen- und Güterverkehrs, vor. Neben dem Aufzeigen der Folgen von Verstößen gegen geltende Rechtsvorschriften lag es ihm vor allem am Herzen, für einen respektvollen Dialog mit den Kontrollbehörden zu werben. Wer seine Mitarbeiter gut auf Straßenkontrollen vorbereite, erspare sich neben unnötigem Ärger auch extrem viel Zeit.

In Thüringen ist das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz für die Ahndung von Verstoßfällen im gewerblichen Güterverkehr zuständig. Jessica Passeck gab einen Einblick in ihre tägliche Arbeit und auch in die Hindernisse in der Kommunikation mit Unternehmen, die sowohl technischer als auch menschlicher Natur sein können. Auch sie betonte, dass ihre Behörde allein der Straßensicherheit verpflichtet sei und nicht versuche, maximal zu strafen. Sollte es Unstimmigkeiten geben, so seien diese durch einen freundlichen Dialog auf Augenhöhe immer schneller ausgeräumt als durch Konfrontation – getreu dem Motto „Reden hilft!“.

Fahrerperspektive und leichte Nutzfahrzeuge

Auch der Abschluss des Vortragsprogramms wartete mit inhaltlichen Highlights und wichtigen Perspektiven auf, die sonst eher selten auf Rednerbühnen zu erleben sind.

Der Darstellung der besonderen Situation der Gesundheitsversorgung von LKW-Fahrpersonal im Fernverkehr widmete sich Johannes Brockmeyer (DocStop e.V.). Das von ihm gezeichnete Bild ließ die Zuhörenden aufhorchen, auch wenn die beschriebene Situation nur wenig überraschend seien dürfte. Seine These: Die schlichte Erreichbarkeit medizinischer Versorgung (sowohl was geeignete Termine und Örtlichkeiten angeht) ist für die Fahrer längst nicht so selbstverständlich wie für Menschen, die nicht auf der „Autobahn zuhause sind“. Sein Verein schafft hier mit seinen Angeboten ganz praktisch Abhilfe.

Klaus-Dieter Bugiel (fox-Courier) steht für die aktuell noch sehr seltene Praxiserfahrung beim Thema Tachoeinbau und -nutzung im LCV-Bereich. Gerade weil sich so wenige Unternehmen im Geschäftsfeld der Kleintransporter proaktiv mit diesem so relevanten Thema auseinandersetzten, sehe er es als seine Aufgabe, wachzurütteln und auf Herausforderungen, Kosten aber auch Chancen bei der Umstellung auf einen rechtssicheren Fuhrpark zu verweisen

Zum Abschluss des offiziellen Programms betonte Dr. Harald Hempel (DAKO) noch einmal die Bedeutung von Netzwerken und Dialog bei der Bewältigung der aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Geschäftsalltag einer extrem geforderten Branche. Hierzu lud er nicht nur auf dem DAKO Kompass ein, sondern auch zu weiteren relevanten Veranstaltungsterminen in der nahen Zukunft.

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