Anlässlich des 2. SMART CITY LOGISTIK Kongresses trafen sich am 11. und 12. Juni 2015 rund 100 Vertreter aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf den Dornburger Schlössern bei Jena, um sich zum Thema Elektromobilität in der Logistik zu informieren, Erfahrungen beim praktischen Einsatz von Elektrofahrzeugen auszutauschen und über Aspekte der Wirtschaftlichkeit zu diskutieren.
Die Palette der Vorträge reichte von Berichten über den Stand der Entwicklungs- und Forschungsarbeiten im Projektkonsortium SMART CITY LOGISTK Erfurt über Themen im Umfeld der Elektromobilität wie Zulassungsbestimmungen für Elektrofahrzeuge, bidirektionales Laden und Mehrfachnutzungskonzepten bis hin zu Praxisberichten über den Bau und Betrieb von kleinen und großen Elektrotransportern.
Der zweite Kongresstag bot zwei parallele Workshops zu den Themen „Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen in gewerblichen Anwendungen“ und „Referenzarchitektur“. In beiden Workshops wurde nicht zuletzt auch Dank der interessanten Impulsvorträge intensiv gearbeitet und diskutiert.
Die beiden Kongresstage mit ihrer gelungenen Mischung von Erfahrungsberichten aus Transportunternehmen und von Fahrzeugherstellern, Vorstellung der Forschungsergebnisse und den Erkenntnissen aus Förderprojekten zeigten, dass der Durchbruch der Elektromobilität im Wirtschaftsverkehr kurz bevorsteht und bereits heute in vielen Fällen Elektrofahrzeuge wirtschaftlich eingesetzt werden und in zunehmendem Maße zukünftig eingesetzt werden können.























Prof. Dr. Uwe Adler
Fachhochschule Erfurt
Einsatzszenerien der innerstädtischen Belieferung mit Elektrofahrzeugen
Matthias Krause
Geschäftsführer, eLOG Systembetrieb GmbH
Entwicklung einer energetisch autarken e-Activen Box
Dr. Uwe Koenzen
Geschäftsführer, Broedersdorf & Koenzen classic-eCars GmbH
Bidirektionales Laden in der gewerblichen Praxis
Klaus Feldmann
Team Leader, Hybrid & Electric Vehicle Technology, Benteler Engeneering Services B.V.
Entwicklung und aktuelle Testergebnisse eines PHEV 28t LKW in der Anwendung als Müllsammler
Die zwei durchgeführten Expertenworkshops zum Thema „Wirtschaftlichkeit von E-Nutzfahrzeugen“ und „Standardisierung in der Logistik / IKT für Elektromobilität“ boten eine hervorragende Plattform für den Transfer der gewonnenen Erkenntnisse aus dem Projekt SMART CITY LOGISTIK sowie den Erfahrungsaustausch mit anderen Projekten und vor allem interessierten Logistikern.
Zu den Kernerkenntnissen zählt, dass sich kommunale Fuhrparks hervorragend für die Elektrifizierung eignen und ca. 80% der Fahrzeuge auf einen elektrischen Antrieb umgestellt werden können. Auch wurde herausgestellt, dass elektromobile Nutzfahrzeuge bereits heute wirtschaftlich eingesetzt werden können – sie erlauben eine Kosteneinsparung von 2.500-3.000 Euro.
Basierend auf den Erkenntnissen des Workshops kann festgehalten werden, dass ein erweitertes Fahrzeugangebot gerade im Nutzfahrzeugbereich, fallende Preise, beispielsweise auch durch Sonderabschreibungen, verlässliche Reichweitenangaben sowie höhere Reichweiten und ein besser ausgebautes Servicenetz für den Vormarsch der Elektromobilität in der Logistik unabdingbar sind.
Die Ziele des Workshops lagen in der Erkundung des Bedarfes nach einer Referenzarchitektur, Standardisierung und Zertifizierung für logistikunterstützende IKT-Systeme im Zusammenhang mit Elektromobilität.
Ergebnisse wurden in Form von Anforderungen an die modulare Architektur definiert, die sich durch eine Verkettung von Investitionssicherheit, Funktionssicherheit und Security auszeichnen sollte. Insbesondere die Integration aller beteiligten Akteure zur Konsensfindung, eine einheitliche Wissensbasis sowie ein domainübergreifendes Glossar und dokumentierte Schnittstellen wurden als essentiell für eine Referenzarchitektur herausgearbeitet.