7. SMART CITY LOGISTIK Kongress: Erfolgreiches Netzwerktreffen

7. SMART CITY LOGISTIK Kongress: Erfolgreiches Netzwerktreffen

Am 3. und 4. August war Schloss Heidecksburg in Rudolstadt erneut Schauplatz des SMART CITY LOGISTIK (SCL) Kongresses. Etwa 125 Teilnehmer aus Politik, Forschung und Logistikbranche diskutierten zwei Tage lang, wie eine nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftliche Logistik der Zukunft aussehen könnte und welche Rolle dabei der Elektromobilität zukommt.

Nachdem der SCL Kongress im letzten Jahr coronabedingt ausfallen musste, wurde in diesem Jahr alles darangesetzt, ein Hygienekonzept umzusetzen, welches einen direkten Austausch trotz Abstand optimal gewährleisten konnte. Das schnelle Erreichen des maximalen Teilnehmerkontingents über die Voranmeldungen und das breite Medieninteresse zeigten das ungebrochene Interesse an Informationsaustausch und innovativen Ideen weit über ein Fachpublikum hinaus. Und auch der Wettergott zeigte sich wohlgesonnen, indem er an beiden Kongresstagen aktives Networking unter freiem Himmel immer wieder möglich machte.

Thomas Becker, Geschäftsführer der DAKO GmbH und Konsortialführer im Forschungsprojekt SMART MULTI-USE LOGISTIK (SML), eröffnete die Veranstaltung und gab damit auch gleich den offiziellen Auftakt für das Projekt SML, das bereits seit einem Jahr in der Forschungsarbeit ist.

Becker verwies in seinem Grußwort aber auch auf die lange Traditionslinie der SCL Kongresse, die seit nunmehr acht Jahren Impulse für Neuentwicklungen und Vernetzung im Transport geben.

Zwei weitere Grußworte aus bundes- und landespolitischer Perspektive bekräftigten die steigende Relevanz des anhaltenden Dialogs über die Inhalte des Kongresses. So sprach zunächst Christian Liebich, Referatsleiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, über umweltverträgliche Visionen für die Citylogistik. Anschließend stellte Olaf Möller, Staatssekretär beim Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, die Bedeutung der Bündelung von Verkehren in den Mittelpunkt seines Grußworts.

Gerade der Sektor der E-Mobilität und eine Million zugelassener Elektrofahrzeuge in Deutschland geben Grund zum Optimismus. […] Gleichzeitig legte die Corona-Krise aber auch Schwachstellen, vor allem im Bereich der Digitalisierung, offen.

Christian Liebich
Referatsleiter BMWi

Im weiteren Verlauf des Vormittags wurde das bereits genannte Forschungsprojekt SMART MULTI-USE LOGISTIK von vier der neun Partner aus dem Konsortium in Theorie und Praxis vorgestellt. Neben Dr. Tina Haußen von der DAKO GmbH sprachen Thorsten Kniep von der Mediengruppe Magdeburg, Christian Voigt von der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung und Christian Schwarzer von UPS Deutschland.

Den Spagat zwischen Ökologie und Ökonomie stemmen

Die Wirtschaftlichkeit einer grünen Logistik stand im Mittelpunkt der Vorträge am Nachmittag. So wurden beispielsweise neue Entwicklungen aus den Bereichen integrierter Solarmodule im Fahrzeugbau, Austauschkonzepte für Akkus in E-Fahrzeugflotten oder Strategien zur Umrüstung dieselbetriebener Fahrzeuge auf Elektroantrieb präsentiert. Profitabilität und Bündelung von Verkehren war ebenfalls Inhalt von weiteren Erfahrungsberichten aus der Medienlogistik und dem öffentlichen Nahverkehr.

Im Anschluss an die Vorträge und Diskussionen im Reitsaal der Heidecksburg konnten alle Teilnehmer Elektromobilität auch selbst hautnah erleben. Die Aussteller von Elektrofahrzeugen vor Ort machten diese für Probefahrten verfügbar und standen für Fragen und ungezwungenen Austausch zur Verfügung.

Zukunftsworkshops in historischer Kulisse

Der zweite Tag des SCL Kongresses stand im Zeichen des direkten Dialogs zwischen Fachleuten aus Fahrzeugbau, Logistik und IT. Robert Domina vom Fachverlag HUSS moderierte den „VISION mobility THINK TANK“, bei dem aktuelle Entwicklungstendenzen bei der Paketzustellung mit Lastenrädern im Innenstadtbereich debattiert wurden.

Abschließend konnte im kleineren Kreis dreier parallellaufender Workshops an Spezialthemen weitergearbeitet werden. Die Bandbreite der Inhalte erstreckte sich von Tests verschiedener elektrisch angetriebener Nutzfahrzeuge über technische Neuerungen bei der Zustelltechnik bis hin zur Rolle der Standardisierung für einen reibungslosen Sendungsaustausch zwischen Logistikunternehmen.

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer darin einig, dass innovative Transportlösungen den Kinderschuhen bereits entwachsen sind und es nun darum geht, durch Wissensaustausch und das Bearbeiten einzelner technischer und infrastruktureller Problembereiche dauerhaft tragbare Lösungen für den Transportverkehr der Zukunft auch in Masse zu ermöglichen.