LVZ Post und DAKO – starke Netzwerkpartnerschaft für die Zukunft

LVZ Post und DAKO – starke Netzwerkpartnerschaft für die Zukunft

Die Welt der Medienlogistik und der privaten Postdienstleister steht unter erheblichem Innovationsdruck. Eines der Unternehmen, welches sich diesem Druck bereits frühzeitig und proaktiv gestellt hat, ist die LVZ Post aus Leipzig. In einer langjährigen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der DAKO GmbH wurde das Fundament für die Verwirklichung einer zukunftsorientierten Zustelllogistik gelegt. Auf diesem Fundament wird nun im Rahmen des Forschungsprojekts SMART MULTI-USE LOGISTIK praxisorientiert aufgebaut.

Am 3. und 4. August 2021 fand auf Schloss Heidecksburg in Rudolstadt der 7. SMART CITY LOGISTIK Kongress (SCL) statt. Er bot, nach einem Jahr coronabedingter Pause, erneut ein Diskussionsforum für innovativ denkende Forscher, Hersteller und Anwender aus der Logistikbranche. Zugleich stellte der Kongress die offizielle Auftaktveranstaltung des bundesgeförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekts SMART MULTI-USE LOGISTIK (SML) dar. Dieses widmet sich bereits seit über einem Jahr digitalen Lösungsstrategien für zwei gegensätzliche Problemlagen in den Logistikteilbranchen der KEP-Dienstleister (Kurier, Express, Paket) einerseits und der Medienlogistiker andererseits: So haben KEP-Dienstleister mit einem enormen Anstieg der Paketanzahl und einem ebenfalls ansteigenden Kostendruck zu kämpfen. Zustellfahrten, bei denen an einem Stopp nur wenige Sendungen abgegeben werden, sind daher unrentabel. Die Medienlogistiker hingegen verzeichnen durch eine sinkende Anzahl an Zeitungsabonnements zunehmend Fahrten, bei denen ihre Fahrzeuge nicht vollständig ausgelastet sind. Sowohl ihr regionales Know-how als auch ihre Infrastruktur werden nicht optimal ausgenutzt. Es ist das erklärte Ziel des SML-Projekts, diese Problemlagen durch eine digital gestützte Bündelung von Transportwegen und überregionalen Austausch einer nachhaltigen Lösung näher zu bringen.

Ein Medienlogistiker, der Teil des Forschungskonsortiums ist und bereits zuvor eng mit der DAKO kooperiert hat, ist die LVZ Post GmbH. Selbstverständlich war das Unternehmen also auch beim SCL-Kongress in Rudolstadt präsent. Neben dem Kongress bot die erste Augustwoche noch einen weiteren Höhepunkt in der fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen LVZ Post und DAKO: den Startschuss für einen Testbetrieb in der Paketeigenzustellung auf dem Gebiet der Kreisstadt Delitzsch. Warum dies einen Meilenstein auf dem Weg hin zu einer kooperativen und vollständig digital koordinierten Zustelllogistik darstellt, lässt sich aus der Entwicklungsgeschichte der der LVZ Post nachvollziehen.

Digitalisierung und Kooperation in der Zustellpraxis

DAKO unterstützt die LVZ Post bereits seit 2018 dabei, das Alltagsgeschäft für Briefsendungen schrittweise zu digitalisieren. Schrittweise wurden webbasierte Tools für den Verkauf, das Zustellmanagement sowie die Sendungserfassung und -verfolgung (WEB, SALES, SEND) etabliert. Die Zustellung von Paketen hingegen wurde auch im Stadtgebiet von Leipzig bisher an größere, überregionale Postdienstleister abgegeben. Die Infrastruktur für ein standardisiertes Labeling der Pakete sowie die Organisation der Zustellung vom Depot über die intelligente Touren- und Fahrerplanung bis hin zur lückenlosen Dokumentation des Zustellprozesses fehlte bislang. Hier konnten im vergangenen Jahr, durch den intensiven Austausch im SML-Forschungsprojekt und die Entwicklungsarbeit der DAKO, die digitalen Voraussetzungen und Schnittstellen für den Start des Testbetriebs der Eigenzustellungen von Paketen geschaffen werden.

Dabei zeigt sich exemplarisch auch der Kern des innovativen Charakters des SML-Projekts und der darin geschlossenen Kooperationen: Forschung und Entwicklung finden in direktem, regelmäßigen Austausch zwischen den Partnern jenseits von direktem Konkurrenzdruck statt und ermöglichen die Weitergabe der jeweiligen Lernerfahrung. Statt eines schnellen Vorteils für die Einzelunternehmen stehen die gemeinsame Entwicklung und die Anpassung an die Anforderungen des gegenwärtigen und zukünftigen Markts im Vordergrund. Die nötigen Praxistests finden daher nicht ausschließlich „am Reißbrett“ statt. Vielmehr werden die gemeinsam entwickelten Lösungen am realen Markt und unter Einbeziehung aller dafür notwendigen Prozesse und Risiken getestet. Die gewonnenen Erfahrungen können somit direkt in die bedarfsgerechte Abstimmung der nötigen Infrastruktur übersetzt werden. So lassen sich die Hürden beim Einstieg in das sehr dynamische Paketgeschäft deutlich herabsetzen und Widerstände beim Übergang in ein innovatives Geschäftsmodell wesentlich verringern.

Die Zukunft der City-Logistik

Als Fernziel für SMART MULTI-USE LOGISTIK ist ein kooperativer Paketaustausch mit standardisierten, d.h. aufeinander abgestimmten, Wertschöpfungsketten der beteiligten Anbieter aus Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) geplant. Für die Langstrecken zwischen den einzelnen Standorten sollen das international tätige Paketlogistikunternehmen UPS sowie der Pharmalogistiker Opti-Trans einbezogen werden. Neben der bereits kontinuierlichen Softwareentwicklung ist nun die schrittweise Entwicklung der beteiligten, privaten Postdienstleister bezüglich geeigneter Infrastruktur, Fuhrparks und personeller Grundlagen notwendig. Diesbezüglich werden bei der LVZ Post mit dem anlaufenden Testbetrieb wertvolle Erfahrungen gesammelt. Eine kollektiv betriebene und nachhaltig gedachte Paketzustellung mag heute noch wie Zukunftsmusik klingen, die technischen Voraussetzungen sind jedoch bereits geschaffen und die Kooperation ermöglicht eine stetige Entwicklung in die vorgegebene Richtung.